| Naturwaldreservate - quo vadis? | |
Waldforschung aktuell an der FBVANaturwaldreservate - quo vadis?Naturwaldreservate- quo vadis? Unter diesem Motto rief Dr. Georg Frank, der am Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft für das Naturwaldreservate-Projekt verantwortlich ist, Persönlichkeiten aus Forschung, Behörden und Naturschutz zu einer Expertendiskussion zusammen. Am 1. Februar 2001 berichteten sie im Rahmen der FBVA-Vortragsreihe "Waldforschung aktuell", dass konzertierte Forschungsaktivitäten nach Meinung der Experten jetzt fällig seien, auch wenn das NWR-Netz noch nicht fertig eingerichtet sei. Potokkessel und Krimpenbachkessel Grundlagenforschung zur Erfassung der Struktur und Dynamik von Waldökosystemen und angewandte Forschung zur Weiterentwicklung eines ökologisch orientierten naturnahen Waldbaus waren schon bisher im Konzept des NWR-Projektes verankert. Derzeit werden sieben Schwerpunktreservate untersucht. Eines davon ist die Brandfläche Potokkessel in Kärnten, wo sofort nach einem natürlichem Brandereignis 1998 interdisziplinäre Brandforschung einsetzte: Ersterhebung, Befliegung und Luftbildauswertung, Sukzessionsdynamik, Saftstrommessung an Kiefern, Verjüngungsmonitoring, Humussukzession und vegetationsökologische Untersuchungen. Im Krimpenbachkessel in der Nähe von Wildalpen (Steiermark), begannen auf einer Sturmfläche der ÖBf-AG die Untersuchungen sofort nach dem Windwurf im Juli 2000. Interessante Forschungsthemen wären Standortsveränderungen, Forstschutzsituation, Veränderungen der Bodenfauna etc. Aber auch für Zoologen gibt es reiche Einsatzfelder. Der BFW-Mitarbeiter Heinz Peter hat eine ornithologische Erhebung in 13 Reservaten durchgeführt. In diesen wenigen Reservaten konnten bereits 61 % aller in Österreich gefährdeten Waldvogelarten der roten Liste festgestellt werden. Über die Grundsätze zukünftiger NWR-Forschung waren sich sowohl Round Table-Experten wie Vortrag und Publikumsdiskussion einig: Sie muss interdisziplinär sein, österreichweit und international vergleichbare Daten liefern, eine gute und zugängliche Dokumentation aufbauen, und die Forschungsbereiche sollen vernetzbar sein. Eine stärkere Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen ist ein Gebot der Stunde. |
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